Nur 1 unter 100 Jugendlichen geht zur Vorsorgeuntersuchung J2

Die Vorsorgeuntersuchungen U1 bis U11 sowie J1 und J2 sollem für Kinder und Jugendliche ein lückenloses Präventionsangebot bis zum 17. Lebensjahr sicherstellen. Nach einer aktuellen Auswertung der Siemens-Betriebskrankenkasse SBK, nutzen ab U10 jedoch bedenklich wenige Kinder und Jugendliche diese kostenfreien Leistungen.

Die Vorsorgeuntersuchungen U1 bis U11 sowie J1 und J2 sollem für Kinder und Jugendliche ein lückenloses Präventionsangebot bis zum 17. Lebensjahr sicherstellen. Nach einer aktuellen Auswertung der Siemens-Betriebskrankenkasse SBK, nutzen ab U10 jedoch bedenklich wenige Kinder und Jugendliche diese kostenfreien Leistungen.

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte empfiehlt ausdrücklich die Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen im Vorschul- und Teenageralter. Dennoch nimmt laut den Zahlen der SBK die Bereitschaft der Heranwachsenden, sich einem dieser Vorsorgechecks zu unterziehen, ab: Sind es bei der U9 noch 87,7 % der Kinder und Jugendlichen, die das Präventionsangebot wahrnehmen, so brechen die Werte bei der U10 mit 14 % und der J2 mit nur noch 1,4 % stark ein.

Die Jugendgesundheitsuntersuchung J2 umfasst unter anderem die Suche nach Symptomen von Pubertäts- und Sexualstörungen, Diabetes-Risiko oder Sozialisations- und Verhaltensstörungen, die für die Entwicklung der Jugendlichen von besonderer Bedeutung sind.

Kathrin Spindler, Mitarbeiterin der SBK, sieht die Ursachen für die niedrigen Zahlen bei den Untersuchungen in der Natur des Lebensabschnitts begründet: „Die einsetzende Pubertät bringt eine Loslösung von der elterlichen Einflusssphäre und ein stärker werdendes Selbstverantwortungs-gefühl mit sich. Heranwachsende scheuen sich davor zu einem Kinderarzt zu gehen und Eltern halten die späten Untersuchungen nicht mehr für so relevant, um darum groß Aufhebens zu machen.“

Die Untersuchungen können auch bei einem klassischen Hausarzt durchgeführt werden, wenn dieser eine spezielle pädiatrische Ausbildung hat. Für manche Heranwachsenden sinkt damit vielleicht die Hemmschwelle zu einem Checkup zu gehen. Wichtig sei nur, dass die Untersuchungen wahrgenommen werden, teilt die SBK mit.



Artikelsuche ?

Tagesspiegel GESUND

Tagesspiegel Gesund 08 Tagesspiegel Gesund 09 Tagesspiegel Gesund 10

Fachkompetentes Praxiswissen informativ aufbereitet
Informationen zu Behandlungsmethoden und Gesundheitstrends aus Berlin und Umgebung
Von der Gesundheitsberater-Berlin-Redaktion

Aktuell am Kiosk oder direkt im
Tagesspiegel-Shop

Wir liefern Qualität

Erfahren Sie mehr darüber, wie unsere Texte entstehen, wie die Daten geprüft werden und wie sich das Portal finanziert.
Jetzt informieren.

Sie sind uns wichtig und wir freuen uns über Ihre Meinung zu unserem Portal. Welche Themen andere Leser interessierten lesen sie unter Leser fragen - die Redaktion antwortet